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Wärst Du hart genug für die Werbebranche?

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Die munteren Werber von Jung von Matt/Neckar machen immer wieder durch eigenwillige und aufmerksamkeitsschürende Headhunting-Aktion auf sich aufmerksam, wie zum Beispiel beim Start von Facebook Places in Deutschland oder Gartenzaunkriegen mit konkurrierenden Agenturen.

Diese Anzeige hier ist auch so ein Ding, das durchaus zur Überlegung anregt, ob nicht doch eine Karriere in der Werbebranche angebracht gewesen wäre:

jvm rothaarige bisexuelle 560x316 Wärst Du hart genug für die Werbebranche?

Scheiße,

Terry Richardson, den ich beim letzten Shooting in L.A. kennengelernt hatte, ist in der Stadt und will sich zum Koksen treffen, aber ich muss arbeiten. Schon der vierte Pitch in dieser Woche. Ich sitze hoch über den Dächern der Stadt in meinem lichtdurchfluteten Loftbüro und lasse mir von verzweifelten Art Directoren Layouts zeigen. Sie sind Gold, aber ich will den Grand Prix. Ich bin dieses Jahr so schnell aufgestiegen, dass mir schwindlig wird, wenn ich auf meine Kollegen herunterblicke. Mein Lächeln ist so gewinnend, dass ich die Nike Präse mit einer leeren Pappe im Alleingang gewonnen habe. Der Anruf eines vor Glück weinenden Marketingvorstands unterbricht jäh meinen gerade einsetzenden Gedankenfluss. Ich höre dem säuselnden Singsang mit einem Ohr zu, während ich gleichzeitig mit der NASA und dem Weißen Haus telefoniere. Durch mein Verhandlungsgeschick erreiche ich, dass die gebrandete Rakete noch vor dem OneShow-Einsendeschluss zum Mond geschossen wird. Nebenbei skizziere ich das neue Mercedes Logo und notiere mir auf einer Serviette ein paar geschliffene Dialoge, die ich später an Woody Allen maile (kann er wieder verwenden, wie beim letzten Mal. Say Hi to Scarlett, is she still mad at me?).
Telefon. Die neue Praktikantin kommt zum Vorstellungsgespräch. Diesmal hab ich mir im Personalbüro eine tätowierte, bisexuelle Rothaarige bestellt. Unter einem Vorwand schicke ich meinen Texter aus dem Raum („Trag doch mal die neuen Cannes-Löwen in den Keller und stell sie zu den anderen.“) und schlüpfe in meinen bequemen Hausmantel. Eine halbe Stunde später befreie ich mich aus ihrer Umklammerung und lasse sie völligerschöpft und vor Erregung zitternd auf meinem weißen Designersofa zurück. Auf dem Weg in die Tiefgarage twittere ich mit meinem Platin-iPhone, wie man die Markenbindung auf facebook verbessern könnte (Re-Tweet 12 Sekunden später von Mark Zuckerberg) und schwinge mich dann in meinen Pantone 871-farbenen AMG Flügeltürer (eine kleine Aufmerksamkeit eines russischen Oligarchen, für den ich mal eine Visitenkarte gestaltet habe). Jetzt noch schnell Jean-Remy auf dem Minigolfplatz treffen und über den vakanten Vorstandsposten reden (ich lasse ihn mal wieder gewinnen, sonst wird er ungehalten). Die Turmuhr schlägt gerade Mitternacht, als ich mich zu Hause in meinem 300-m2-Loft erschöpft in den Ohrensessel aus Walvorhaut-Leder fallen lasse. Puh, was für ein überaus durchschnittlicher Tag bei Jung von Matt. Für die Rihanna-Backstage-Party musst du aber wieder fit werden, denke ich mir noch, und tippe Terrys Nummer in meinen Blackberry.

Bewirb Dich unter jvm.com

JvM sucht Kreative. Also, so richtig, richtig Kreative.
(Oder rothaarige, bisexuelle Praktikantinnen.)

Kann man lustig finden, muss man aber nicht. Gezwungen komisch sei das sagen auch manche.  Mir gefällt’s und ich würde gern da arbeiten. icon wink Wärst Du hart genug für die Werbebranche?

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