Bei Twitter wird’s ja bekanntlich selten langweilig.
So ein schnelles Medium hat ja schließlich genug Potential, andauernd neuen Blödsinn rasend schnell wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Das letzte große Beispiel war wohl der #Blumenkübel vor knapp 2 Wochen.
Heute ging es irgendwann auch in meiner Timeline los – es hagelten nur so diese Tweets mit Twifficiency-Scores auf mich ein…
Irgendwann hab’ ich dann halt doch mal draufgeklickt – mmmhm, meine Twitter-Effizienz anhand Tweethäufigkeit, Follower usw. soll das also berechnen. Yeah, man will doch immer mal gern seine virtuelle Schwanzlänge wissen, also fix auf den Button geklickt und oAuth bestätigt, bin ja schliesslich nicht der Unneugierigste!
Tja, und dann wusste ich auch gleich mal, wieso diese Twifficiency-Tweets alles überfluten: Das tolle Tool (das übrigens keine Details über die Grundlage zur Bewertung der Ergebnisse ausspuckt) sendet ohne weitere Nachfrage diesen Tweet. Mein Score ist dann übrigens:
Naja, keine 2 Stunden später erreichten mich dann die ersten warnenden Tweets, Twifficiency würde die “gesammelten” Accounts zum spammen und was weiß ich noch alles benutzen.
Die Erklärung ist jedoch ein ganzes Stück banaler:
James Cunningham (@jamescun), ein 17jähriger schottischer Teenager hatte mehr über die Funktion von oAuth erfahren wollen und dieses kleine Tool programmiert. Er hat wohl nicht damit gerechnet, dass es sich so schnell in aller Welt verbreitet, Böswilligkeit stecke jedoch nicht dahinter, und es werden weder Spam-Tweets abgesetzt, noch die Nutzerdaten gespeichert, analysiert oder sonstwas. Dazu sei das Programm gar nicht fähig, es war als möglichst kleiner Test für oAuth gedacht.
Eine schöne Zeitlinie der Geschehnisse stellt das Trafficprotokoll von James’ Server dar, das er via Twitpic veröffentlichte:
Jedenfalls hat James eingesehen, das es – ob nun zur Massenverbreitung gedacht oder nicht – falsch ist, ohne deutlicheres Einverständnis der Benutzer einfach über Ihren Account zu tweeten und folgenden eindeutigen Hinweis auf der Seite angebracht:
Also trifft wieder einmal die alte Weisheit zu: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Gefährlich ist Twifficiency sicherlich nicht, maximal nervig.
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