Na also, hab ich’s doch noch 2009 in James Cameron’s lang erwarteten Avatar geschafft.
Hatte schon fast die Lust drauf verloren, nachdem viele Kritiken nicht besonders toll oder sogar – wie im Falle der von mir eigentlich durchaus geschätzten Filmfreunde – eher ziemlich schlecht ausfielen.
Zum Glück habe ich mir nie übermäßig viel aus den Kritiken im Netz gemacht, also gestern kurz vor Jahreswechsel doch noch rein in den Film…
Die Geschichte ist ja denke ich hinlänglich bekannt, und da muss ich den Kritikern durchaus recht geben, nichts Neues und schnell erzählt. Nochmal im Schnelldurchlauf für die, die’s noch nicht wissen:
Böser Konzern landet auf dem menschenfeindlichen Planeten Pandora, um das äusserst wertvolle Erz “Unobtanium” (*lol*) abzubauen, stößt dabei aber auf Widerstand der dortigen Ureinwohner der Rasse der Na’vi.
Um dieses Naturvolk zum friedlichen Abzug zu bewegen hat die Firma das Avatar-Programm in’s Leben gerufen. Es wird menschliche DNS mit der der Ureinwohner gekreuzt, das dabei enstehende Na’vi -Wesen ist dann vom zugehörigen Menschen “fernsteuerbar”. So soll Vertrauen aufgebaut und das Volk unterwandert werden um es letztendlich zur freiwilligen Umsiedlung zu bewegen.
Jake Sully, querschnittsgelämter Ex-Marine, kommt wie die Jungfrau zum Kind in dieses Programm – er ersetzt seinen verstorbenen Bruder, denn er kann aufgrund seiner gleichen DNS den bereits für teuer Geld erschaffenen Avatar seines Bruders kontrollieren.
Der Rest ist schnell erklärt: Er kommt in Kontakt mit einem Stamm der Na’vi, lernt ihre Naturverbundenheit, ihre Lebensart und nicht zuletzt die Häuptlingstochter Neytiri lieben. Irgendwann entscheidet er sich für dieses Leben und gegen sein altes als Mensch und führt die Na’vi in den Kampf gegen die Menschen.
Jaaa, ich gebe es zu, das klingt alles nach “Der mit dem Wolf tanzt” im Weltraum, aber ich sag es mal so: Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht ist ja ein Motto, das Hollywood nun nicht gerade erst seit gestern für sich gefunden hat.
An der grundsätzlichen Handlung ist ja nicht viel auszusetzen, das viele die ganze Geschichte um die Na’vi als Ethno-Kitsch übelster Sorte verstehen wollen ist mir erstens etwas befremdlich, zweitens dient diese ganze Spiritualität auch irgendwie als Futter für die schlichtweg atemberaubende Optik des Films.
Und mal ganz ehrlich, besseres habe ich noch nie gesehen. Und sorry, mir ist es *piep*egal, ob es nun evolutionstechnisch unlogisch ist, das Moos beim drauftreten leuchtet oder der Quasi-USB-Anschluss im Zopf der Na’vi zum Zwecke der Steuerung ihrer Reit- und Flugtiere etwas weit hergeholt ist.
Fakt ist: Der Film mit seiner natürlich etwas arg einfach gestrickten Handlung hat mich die vollen 160 Minuten unterhalten und in eine andere Welt hineingesaugt.
Die ach so dürftig ausgebauten Charaktere haben mich genug berührt, um z. B. bei der ersten Begegnung von Jack und Neytiri, ihrer heimlichen Vermählung oder des Falls des riesigen Baums des Stammes mich mit ihnen zu freuen oder ihre Trauer und Verzweiflung nachzuempfinden.
Natürlich, total objektiv betrachtet bringt der Film an Handlung absolut nichts neues, die Optik ist keine Mega-Revolution, aber momentan State-of-the-Art. Aber am Ende zählt für mich, ob ein Film mich unterhält, es schafft Emotionen zu wecken, mich in der Geschichte einfängt. Und das hat hier wunderbar geklappt, für mich ist Avatar der beste Film des Jahres!
Ich kann nur jedem raten: Hört nicht auf andere, macht Euch selbst ein Bild! Ich kann ehrlich nicht nachvollziehen, warum so viele einen solchen Hass auf diesen wirklich schönen Fantasyfilm zu haben scheinen.
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