Frohes Fest (oder so…)
Na, wie habt ihr den gestrigen “Heiligen Abend” verbracht? Platzend vor Freude und Glückseligkeit im Kreise Eurer Familien?
Mein Ding ist das schon lange nicht mehr. Ich mach das trotzdem mit, weil ich weiß, das es meine Familie freut.
Ich selbst kann seit vielen Jahren nichts mehr mit diesen ganzen Familienfesten anfangen. Warum weiß ich gar nicht mal so genau. Sei es Ostern, Pfingsten, oder ganz extrem jetzt zu Weihnachten – das löst bei mir nicht Freude aus, sondern ein undefinierbares, ungutes Gefühl. Eine Art universelles Unbehagen.
Vielleicht kommt das daher, das ich nicht dazu gemacht bin, auf Kommando in Ruhe und Glückseligkeit zu verfallen, nur weil das halt zu bestimmten Terminen so Brauch ist. Statt dem verordneten Frieden neige ich dann eher zu Melancholie, werde allzu nachdenklich und fühle mich einfach schlecht. Ich komme mir vor als wäre ich allein auf der Welt, obwohl ich das gerade an Weihnachten nicht bin. Ich habe ja liebe Menschen um mich, also keine Ahnung woher dieses Gefühl kommt.
Gerade zu Weihnachten laufe ich dann auch noch Gefahr, das vergangene Jahr zu rekapitulieren. Und naja, was soll ich sagen, 2009 war ein Jahr in dem sich so verdammt viel getan hat, privat wie beruflich. Falls ich mich dazu durchringen kann gibt’s zum Jahresende einen persönlichen Rückblick, der wohl vieles erklärt.
Es ist zumindest Tatsache, das mein Leben heute vor genau einem Jahr so erfüllt und glücklich war wie nie zuvor. Das hat sich im laufe des Jahres drastisch geändert…
Jetzt sitze ich hier, frage mich wie das alles so kommen konnte und wünsche mir glücklichere Zeiten zurück. Aus dem Radio dudelt diese grässlich fröhliche Weihnachtsmusik, die mir fast zuzurufen scheint: “Du solltest glücklich sein – und wenn du das nicht bist, dann solltest du deswegen ein schlechtes Gewissen haben!”.
Gestern Abend konnte ich das alles recht gut mit Hilfe einer halben Flasche Calvados ertragen – hat klasse funktioniert, bis auf den leichten Brummschädel heute morgen.
Ich bin ziemlich froh wenn die Feiertage vorbei sind, das geregelte Leben wieder Einzug hält und die gezwungene Fröhlichkeit sich erstmal für die nächsten Monate erledigt hat.
Und nein, ich bin weder depressiv noch selbstmordgefährdet. Mir geht der ganze Schmarrn nur grad ziemlich auf den Sack!
Frohe Weihnachten Euch allen! Ne, echt jetzt! Ich freue mich für jeden, der das genießen kann!







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