Nov
16
2009
2

 

 

Wir haben das Rauchverbot gelockert, so please stop smoking!

No Smoking!Ja… so in etwa könnte man das wiedergeben.

Ich als erklärter Anhänger des gepflegten Tabakgenusses muss hier echt mal auf einen argen Missstand hinweisen, der sich mir neulich in seiner ganzen Hässlichkeit offenbarte. Jawohl! Ich fühle mich in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt, mir wurde langjähriges Gewohnheitsrecht entzogen, und obendrein wurde ich verspottet.

Also folgendes: Seit mittlerweile wohl über zwei Jahren besuchen ein paar Freunde und ich fast wöchentlich die örtliche Spielhölle, um gemeinsam ein paar virtuelle Kugeln in Battlefield 2 durchs Haus zu jagen. Nun ist das eigentlich immer ‘ne recht entspannte Sache gewesen… Süßigkeiten, Snacks und recht guter Kaffee vor Ort, Kino gleich nebenan für die Abwechslung zwischendurch. ;-)

Kapitel 1 – Dunkle Vorzeichen: Es begannen dunkle Zeiten über unserem sonst so idyllischen digitalen Kriegsgebiet aufzuziehen! Zunächst mal fühlten sich wohl die wenige Meter entfernt ihr Hartz 4 Geld verspielenden Automatenzocker-Jungs durch MG-Sperrfeuer und gelegentlich lauthals hervorgebrachte Todesschreie empfindlich in ihrer Konzentration gestört. Also gibt’s seit 2 Wochen keinen Sound mehr. Naja, das ist so nicht ganz die Wahrheit. Du kannst dein Headset von zuhause mitbringen. Das nimmt halt dann schon so ein bissl die zwischenmenschliche Komponente raus, wenn man nen Meter voneinander entfernt ist und sich per ingame VoIP verständigen muss weil man durch die dicken Ohrenschützer nix vom direkten Nachbarn hört.

Kapitel 2 – Die Ashtray-Krise: Letzter Freitag Abend. Headsetbewehrt betreten wir den Raum. Ich nehme sofort eine strategisch günstige Position nicht unterhalb der Klimaanlage ein, denn der Luftstrom schadet über die Stunden meinen konzentriert auf das Kampfgeschehen starrenden Äuglein. Instinktiv packe ich meinen nicht ganz aufgebrauchten Guthabencode-Zettel vom letzten Mal aus, lege den Geldbeutel links neben den Monitor, das Handy obendrauf, die Zigaretten samt Feuerzeug rechts neben den Monitor, direkt zum Aschenbech…. verdammt, da ist keiner. Ich rutsche 50 cm nach rechts, greife nach dem Aschenbecher vom Nebenplatz. Auch der wurde geklaut! Das wurmt mich, jetzt muss ich aufstehen. Aber was ist das… nirgends ein Aschenbecher!

Kapitel 3 – Die Erklärung: Ich überspringe gutgläubig diese nervige Angelegenheit und spule vor zum nächsten Vorbereitungspunkt – 10 Euro in Münzen wechseln lassen und Kaffee bestellen. Ich frage die freundliche Dame, ob sie wohl fertig sei mit Aschenbecher ausleeren und ich einen mitnehmen könne. Die zeigt auf ein kleines, einlaminiertes gelbes Schild, das auf dem Tresen pappt und sinngemäß folgendes kund tut:

Das Rauchverbot in Bayern wurde geändert bzw. gelockert!

Deshalb ist das Rauchen bei uns in allen Hallen und geschlossenen Bereichen mit Münzspielgeräten ab sofort erlaubt, in allen anderen Bereichen untersagt.

Ja, wie jetzt? ‘N Scheiß wurde doch am Rauchverbot geändert, was soll das mit “gelockert”? Wollt ihr mich verarschen? Vorher durfte man euch die ganze Bude vollqualmen!

Jetzt muss ich ja echt sagen, ich hätte kein Problem damit, wenn die für den ganzen Laden ein Rauchverbot gemacht hätten, aber nööö! Das ist mal echt schön aufgeteilt, und wisst ihr wie? Ich glaube, nach Umsatz! Natürlich kann man mir das rauchen untersagen, ich schmeiß’ denen ja “nur” 1,50 € / 30 Min. in den Rachen für ein wenig LAN-Geballere. Nicht zu vergleichen mit den Großkunden an den Geldspielgeräten, denn die haben ja mittlerweile schon ‘nen Scheineinzug der Fuffies zieht wie Bob Marley ne Kräuterzigarette. Und – Atze Schröder würde sagen “Ja nee, is klar!” – die können ja auch gar nicht weg, denn die spielen ja meist an 2+ Automaten gleichzeitig und müssen mal mindestens alle 20 Sekunden ‘nen Knopf drücken!

Aber ich – ich kann ja in den Ladepausen zwischen den Maps rausrennen, mir den Arsch abfrieren und ne Panikkippe einsaugen. Ja logisch, könnte mich auch zu den Geldspielheinis stellen, aber das ist dann doch oft nicht so ganz mein Menschenschlag.

Das beste daran ist ja, die zocken 5 Meter von den LAN-Terminals entfernt, hinter einer Trennwand über der noch 2 Meter bis zur Decke offen sind. Also mieft ja eh der ganze Raum.

Kapitel 4 – Die schleichende Rache: Also gebe ich mich geschlagen, gehe ab und zu raus um eine zu rauchen. Aber Aschenbecher haben die keine rausgestellt. Und um’s ganze Gebäude ist dieser schön grobkörnige Kies. Und klar, da landen jetzt meine ganzen Kippen drin. Und viele andere auch. Wird ein paar Wochen später nicht hübsch anzusehen sein. Ich wünsche dem armen Tropf jetzt schon viel Spaß, der die irgendwann mal da raussammeln darf! :-D

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2 Antworten zu “Wir haben das Rauchverbot gelockert, so please stop smoking!”

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  1. Hannes sagt:

    Wir haben das Rauchverbot gelockert, so please stop smoking! http://bit.ly/35QgeS

  2. Hannes sagt:

    Wir haben das Rauchverbot gelockert, so please stop smoking! http://bit.ly/35QgeS

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