Und wieder ein Stück Jugend weniger
Es ist ja nun so, das ich schon mal jünger war. Zwar nicht 50 Jahre jünger, aber so ein bischen halt…
Und ein klein wenig merke ich, wie mir Dinge schwerer fallen, oder vielleicht auch nur, wie ich mir selbst manche Dinge schwerer mache.
Zum Beispiel wenn’s um’s feiern geht. Vor gar nicht mal so unendlich vielen Jahren war’s mir egal, ob ich um 4 heimkomme und um 7 schon wieder in der Firma auf der Matte stehen muss. Möglichst noch in halbwegs herzeigbarem Zustand. Und es hat geklappt. Nach’m Fasching direkt zur Arbeit, mit grünen Haaren am besten noch? Kein Thema, läuft!
Oder eher: Lief… heut ist das in der Form nicht mehr drin. Oder wie gesagt, ich denke nur zuviel drüber nach.
Aber manchmal, ja manchmal packt einen spontan die Lust, wieder sowas beklopptes zu machen, wohlwissend dass man das nicht mehr so locker wegsteckt wie damals.
Gestern (Sonntag) war es mal wieder soweit. Spontan nach Weihnachtsmarkt inkl. Glühwein und mehrerer Biere beschlossen wir, noch was zu essen und dann 50 km entfernt einer Disse unserer “wilden Zeit” einen Besuch abzustatten.
Gesagt, getan. Mit Hindernissen.
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Schritt 1: Essen fassen.
Wenn dann richtig: McDonalds. Grundlagen schaffen für kommende Getränkezuleitungen. Dafür geht kaum was über so nen pappigen, kompakten Burger. Doch schon die ersten Probleme. Kumpel sagt irgendwas von wegen “Haare nicht gemacht”. Er verschwindet aufm Klo, kommt 2 Minuten später mit leicht feuchten Haaren zurück, meint nur “Wet Look”. Ok. Ein Problem weniger. Kaum das er sitzt gibt er zu bedenken: “Iss schneller, der Zünder ist gleich weg!”. Das heißt: Der Pegel fällt langsam auf ein Maß, wo die Vernunft wieder einsetzt. Wir arbeiten in der gleichen Firma. Er muss auch Montag morgen um 7 wieder antreten.
Also fix aufgegessen, bevor’s zu schlimm wird mit dem Engel auf der linken Schulter. Um das Teufelchen auf der rechten zu stärken machen wir noch einen kleinen Stop bei der letzten Tankstelle vor der Autobahn.
Schritt 2: Ankommen, sich wundern
Wir kommen also bei besagter Disse an, es ist so ca. 22 Uhr. Wir wundern uns kurz, das noch relativ wenig los zu sein scheint, denn der Parkplatz ist nur leicht gefüllt.
Also bleiben wir erstmal im Auto sitzen, ratschen noch ‘ne halbe Stunde über Gott und die Welt. Irgendwann fällt uns auf, das während der ganzen Zeit nicht wirklich mehr Autos ankamen. Na toll, wir wollen mal wieder Sonntags ein draufmachen und ausgerechnet heute scheint nix los zu sein.
Schritt 3: Egal, rein da jetzt.
Also wir rein da, die Treppen hoch. Erstaunlich hell da drin. Man sieht 3 Leute. Der Chef (Kumpel kennt den noch von früher) kommt raus, begrüßt uns, und teilt uns ohne viel Umschweife die bittere Wahrheit mit:
Gestern war unser Abschiedsabend. Habe am Donnerstag spontan beschlossen, den Laden zuzumachen. Wir bauen um, kommt’s doch mal rein und schaut euch um.
Ja… das war unser spontaner Ausgeh-Sonntagabend. Schon bitter, wenn man nach 4 oder 5 Jahren mal wieder in nen Laden will den es 16 Jahre lang gab, und der dann genau am Tag davor für immer geschlossen hat.
Naja, der Name hatte wohl in letzter Zeit nicht mehr den allerbesten Ruf und der Chef will jetzt alles neuer und schöner und zeitgemäßer und besser machen.
That’s Life. ![]()







Wo haben denn Diskos am Sonntag, dem Tag des Herren, auf?! Hier in BW dürfen die nicht einmal einen Flohmarkt am Sonntag veranstallten.
Ja, das ist (war) auch so ziemlich die einzige in der ganzen Umgebung die auch Sonntags auf hatte. Drum wollten wir ja ausgerechnet da hin. Aber nichts ist mehr wie es war… wir sind dann noch 10 km weiter in die nächste Stadt, da warn keine Menschen mehr auf der Straße, die Bürgersteige hochgeklappt und ohne Witz keine Kneipe mehr geöffnet. Bis auf eine. Da sind wir rein. Waren mit uns dann zu sechst. Haben nen Cappucchino getrunken und sind genervt heimgefahren.