Dr. House und die Drogen
Was einen nicht alles so zum Nachdenken bringen kann…
Ich schaue zwar nicht regelmäßig, aber doch bei Gelegenheit sehr gern Dr. House. Ich finde, die Serie ist gut gemacht, mir gefällt die intelligente und trockene Art des Hauptprotagonisten und die Widersprüchlichkeit zwischen ärztlichem Genie und dem Versagen als sozialem Individuum. Zudem scheint ja beides in einer Wechselwirkung zu stehen, das eine bedingt das andere.
Nun in der letzten Folge gab es da einen sehr interessanten Konflikt für den grummeligen Doktor:
Wie wohl die meisten wissen benötigt Dr. House einen Gehstock, da in seinem rechten Oberschenkel nach einem arteriellen Verschluss Muskelmasse entfernt werden musste – zudem leidet er seitdem unter starken Schmerzen in diesem Bein. Um die Schmerzen zu ertragen schluckt er das Schmerzmittel Vicodin wie kleine Kinder Smarties, es steht aber auch die Vermutung im Raum, dass dies mittlerweile mehr aus Abhängigkeit als zur Schmerzlinderung geschieht. Das mal als Grundwissen für Nicht-Gucker.
Das interessante nun in dieser Folge war, das House sich selbst Methadon verschrieben hat und damit die Schmerzen weg sind, er sogar auf seinen Stock verzichten kann. Gleichzeitig macht sich die Einnahme des Heroin-Ersatzstoffes in seiner Laune und dem Umgang mit anderen Menschen bemerkbar: Er ist plötzlich nicht mehr der Griesgram den man kennt und wird schon fast normal umgänglich. Jedoch unterläuft ihm bei einer Behandlung ein Fehler, den er – zumindest aus seiner Sicht – nicht gemacht hätte, wenn er eben nicht auch diese eigentlich positive psychische Veränderung erlebt hätte. Zum Ende der Folge verweigert er deshalb die Einnahme seiner Methadondosis und wirft die Aussage in den Raum:
“Ich bin wer ich bin und kann mich nicht ändern.”
Das wirft ziemlich viele Fragen und Betrachtungsmöglichkeiten auf…
- Ist er tatsächlich so ein nobler Mensch der das wohlergehen Fremder über sein eigenes stellt?
- Hat er Angst davor, nicht mehr der geniele Arzt zu sein, als der er gilt?
- Kann er einfach nicht aus seiner Haut und vermisst sein griesgrämiges altes Ich?
- Wäre er dem Druck eines “normal” sozial integrierten Lebens nicht gewachsen?
Sicher gibt’s da noch mehr Möglichkeiten, denkt mal drüber nach!
Jedenfalls finde ich das oben stehende Zitat ziemlich beängstigend, und möchte dem nicht so ohne weiteres zustimmen.





Aktuelle Kommentare